Am 7. und 8. November 2026 ist in Halle die zweite Auflage der extrem rechten Buchmesse „Seitenwechsel“ geplant. Im vergangenen Jahr hatte diese mehrere tausend Besucher*innen angezogen. Einen Beitrag zum Erfolg leistete eine umfangreiche, teilweise naiv anmutende Presseberichterstattung, die den Eindruck erweckte, es handele sich bei „Seitenwechsel“ um eine mehr oder weniger übliche Messe. Ganz direkte Unterstützung erhielt die Messe vor allem durch die Beteiligung einer vermeintlich seriösen und insbesondere in Dresden gut vernetzten Unternehmensgruppe: Die Dresdner Zwerenz-Gruppe stellte sowohl Räume als auch das organisatorische Rückgrat zur Verfügung und machte die Veranstaltung überhaupt erst möglich. Berührungsängste mit reaktionären bis neo-nationalsozialistischen Inhalten und Gästen hat sie keine.
Im Korridor mit Nazis – Die Zwerenz-Gruppe zwischen Dagen, AfD, Mittelstandsunion und DDV-Mediengruppe weiterlesenSchlagwort: Susanne Dagen
Susanne Dagen plant Büchermesse in Halle – Dresdner Neueste Nachrichten bewerben extrem rechtes Vernetzungsevent
Im November dieses Jahres organisiert die extrem rechte Buchhändlerin, Verlegerin und AfD-Stadträtin Susanne Dagen ihre eigene Buchmesse in Halle. Seit 30 Jahren betreibt Susanne Dagen das BuchHaus Loschwitz in Dresden und organisiert Veranstaltungen im anliegenden KulturHaus. Spätestens mit dem Aufkommen der PEGIDA-Demonstrationen positionierte sich Dagen in der extrem rechten Ecke. Seit Mai 2018 bespielt sie gemeinsam mit Ellen Kositza, eine der maßgeblichen Figuren der sogenannten Neuen Rechten, die Youtube-Reihe „Aufgeblättert. Zugeschlagen – Mit Rechten lesen“. Ein aufgesetzt intellektuelles Format, bei welchem auch schon die selbsternannten Vordenker der faschistischen Neuen Rechten Martin Sellner und Götz Kubitschek zu Gast waren. Dass diese Buchmesse am 9. November stattfinden soll, dem Gedenktag an die Novemberpogrome 1938, ist sicher kein Zufall.
Susanne Dagen plant Büchermesse in Halle – Dresdner Neueste Nachrichten bewerben extrem rechtes Vernetzungsevent weiterlesenDresdner Annäherungen
Erstveröffentlichung im Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 188 – Januar / Februar 2021
Die »edition buchhaus loschwitz« verlegt seit 2020 Bücher in einer Reihe unter dem symbolträchtigen Titel »EXIL«. In der Beschreibung heißt es: »Die Buchreihe EXIL versteht sich als Kunst der Zuflucht ebenso wie als Zuflucht der Kunst, die sich einem Klima zunehmender politischer Anfeindung ausgesetzt sieht.« Erschienen sind hier bislang die vermeintlich ausgegrenzten Autor*innen Uwe Tellkamp, Jörg Bernig und Monika Maron. Im Herbst folgten Angela Wierig, Eva Rex und Bernd Wagner.